Homepage der Baumfreunde Emmerich
Pappelallee in der Hetter

Naturschutzgebiete in Emmerich

Blick auf die Wasserfläche mit dem Begleitgrün und den Wiesen. Foto: Rüdiger Helmich

Das zukünftige Naturschutzgebiet Pionierhafen

Seit dem die Bundeswehr in Emmerich mit den Pionieren abgezogen wurde, befand sich das Gebiet des ehemaligen Pionierhafens im Emmericher Ortsteil Dornick mit ungewissem Schicksal in einer gewissen Erwartungshaltung. Nun wird das Gelände mit dem "Pionierhafen" unter dauerhaften Naturschutz gestellt. Bis heute handelte es sich lediglich um einen "vorläufigen Schutz". So ist es nun durch die "Untere Landschaftsbehörde des Kreises Kleve" geplant.

Das macht Sinn, wird doch dadurch dieses Gebiet mit den bereits vorhandenen Naturschutzgebieten "Dornicker Ward", "Bienener Altrhein" und "Grietherorter Altrhein" verknüpft. Streng genommen ist dann das gesamte Rheinvorland von Grietherort bis zur Landesgrenze bei Emmerich - Elten, bis auf die Unterbrechung durch das Stadtgebiet von Emmerich, unter Naturschutz gestellt.

Das Gebiet umfasst neben der Wasserfläche des Hafens auch Wiesen- unf Auwaldflächen, die landschaftlich sehr schön und schützenswert sind. Von dem am Rand des Gebietes entlang führenden Deich-Radwanderweg aus, kann man sehr schön in dieses Gelände hineinschauen, ohne die schützenswerten Flächen betreten zu müssen.

Foto: Rüdiger Helmich

Das Naturschutzgebiet Emmericher Ward bzw. Hüthumer Ward

ist ein überregional bedeutsames Auengebiet längs des Rheins auf rechtsrheinischem Gebiet. Es ist Bestandteil des "Internationalen Feuchtgebietes" und "EU-Vogelschutzgebietes unterer Niederrhein".

Schon seit den 1970er Jahren war man bemüht, dieses Gebiet unter Schutz zu stellen. Schließlich wurde das 310 Heltar große Gelände 1985 unter Naturschutz gestellt. Es wird seither von der NABU Naturschutzstation Niederrhein in Kranenburg betreut. Es zieht sich am Rheinufer vom Emmericher Yachthafen (Klinkerwerke Muhr) überwiegend zwischen dem Uferbereich des Rheins und dem Winterdeich bis zur Landesgrenze in der Nähe des Hölländischen Dorfes Spijk hin.

Erhaltenswert sind hier vor allem die Stillgewässer, die Verlandungszonen, die Kiesbänke und das extensiv bewirtschaftete Grünland als Brut- und Nahrungsbiotope, der sich neu entwickelnde Auenwald, die Mager- und Trockenrasenstandorte am Hochufer des Rheins mit Vorkommen von gefährdeten Pflanzen- und Insektenarten.

Vögel kann der Beobachter der Emmericher Ward ganz bequem von der Deichkrone aus beobachten. Je nach Jahres- oder Tageszeit kann man beobachten: Weißstorch, Schwan, Kormoran, Graugans, Nilgans, Kanadagans, Brandgans, die Arktische Saat-oder Blässgans, Austernfischer, Graureiher, Silberreiher, Ente, Blässralle (Blässhuhn), Fasan, Krähe, Dohle, Elster, Taube, Star, Schwalbe, Amsel, Bachstelze, Feldsperling, Mäusebussard, Turmfalke u.v.m.

Zukünftig soll es hier in der Emmericher Ward eine "Nebenrinne des Rheins" geben. Man wird das sich in Ufernähe befindliche Kiesausgrabungs-Gewässer velängern und derart an den Rhein anschließen, dass der Rhein bei hohem Wasserstand diese Nebenrinne durchflutet; sich also eine Wasserströmung in der Rinne bildet. Bei Niedrigwasser wird das Gewässer zum Stillgewässer. Sinn der Sache ist, flache Uferzonen zu schaffen, damit die Fische und Amphibien in der Lage sein werden, hier zu laichen. Auch die Jungfische benötigen Flachwasserzonen, die sie jetzt am kanalartig ausgebauten Rhein mit seinen steilen Steinufern nicht vorfinden. Im gleichen Zug soll auch der Auenwald erweitert werden, so wie das am Rheinufer ursprünglich ja mal gewesen ist.

Der große Brachvogel Foto: Rüdiger Helmich

Das Naturschutzgebiet Hetter/Millinger Bruch

ist ein Feuchtgebiet sowohl auf Emmericher- als auch auf Reeser Stadt-Gebiet. Mit einer Größe von 660 Hektar steht es seit 1989 unter Naturschutz. Es ist Bestandteil des internationalen Feuchtgebietes "Unterer Niederrhein gemaess Ramsar Konvention".

Es dient dem Erhalt der durch den Rhein geschaffenen, naturräumlichen Strukturen der Flussmarschlandschaft und der bäuerlichen Kulturlandschaft. Hierdurch werden Lebensgemeinschaften bestimmter, wildlebender Pflanzen- und Tierarten, insbesondere der Wat- und Wiesenvögel, erhalten. Hier ist besonders, neben dem großen Brachvogel, dem Kiebitz und dem Rotschenkel die Uferschnepfe hervorzuheben. Die Hetter ist das größte Rückzugs- und Brutgebiet dieses "langbeinigen Watvogels" (Limikolen) in ganz NRW.

Das Gebiet der Hetter ist in den westlich gelegenen "Großen Hetterbogen" und den im Osten gelegenen "Kleinen Hetterbogen" gegliedert, dem sich südlich der Autobahn A3 das "Millinger Bruch" anschließt. Die Nordgrenze des Gebietes wird durch den Bach "Landwehr" gebildet, durch den bei Hochwasser der Boden des Gebietes großflächig durchnässt wird. Da in der Vergangenheit immer wieder versucht wurde, dieses "Feuchtgebiet", wegen der landwirtschaftlichen Nutzung, trockenzulegen, wurde der Boden zu trocken und auch zu hart, um den langschnäbligen Limikolen als Futterquelle zu dienen.

Man musste also für eine kontinuierliche Wiedervernässung Sorge tragen, ohne zu starke Hochwässer auf dem Gelände zu riskieren. Man hat also mit Hilfe des "Life-Projektes" (eine Initiative aus Brüssel) ein System von Blänken, Schleusen und Gräben geschaffen, mit deren Hilfe die Vernässung, je nach Bedarf, gesteuert werden kann. Das hilft den Pflanzen und Tieren ganz enorm. Es ist nicht zuletzt durch diese Maßnahmen gelungen, den Abwärtstrend bei der Anzahl der Brutpaare bei den Uferschnepfen zu stoppen. Der Bestand scheint sich sogar langsam zu erholen. Ein Riesen-Erfolg, wenn man bedenkt, dass diese Limikolen vom Aussterben bedroht sind.

Um die Pflanzen- und Tierwelt dort im Gebiet beim Beobachten nicht zu stören, hat man einen Beobachtungsstand an der Wiesenstraße-Hetterstraße errichtet. Von dort aus können auch größere Gruppen ohne Probleme die Tiere mit Ferngläsern beobachten. Man kommt dort hin, indem man die Riethsteege ganz durchfährt, bis links die Wiesenstraße abbiegt. Mit dieser überquert man die Autobahn und erreicht nach einer Linkskurve bald die Beobachtungskanzel.

Kolk in der Dornickschen Ward Foto: Rüdiger Helmich

Das Naturschutzgebiet Dornicksche Ward

ist als ausgewiesenes Naturschutzgebiet noch nicht eingetragen. Dies geschieht jetzt aber auf Druck aus Brüssel. Bereits 2001 wurde das Gebiet von der Landesregierung als FFH Gebiet nach Brüssel gemeldet und muss nach den Bestimmungen der europäischen Flora-Fauna-Habitat Richtlinie und des Bundesnaturschutzgesetzes als bedonderes Schutzgebiet ausgewiesen werden.

Das zu schützende Gebiet zieht sich rechtsrheinisch vom Dorf Dornick bis zum Industriehafen in Emmerich zwischen dem Deich und dem Ufer des Rheins hin. Es handelt sich um ein teilweise mit einem Auewald bewachsenes Grünlandgebiet, was regelmäßig bei Hochwasser überflutet wird. Es ist 143 Hektar groß.

Leider werden, angeblich aus Hochwasserschutzgründen, regelmäßig Bäume in diesem Auewald gefällt, so dass die Entwicklung des Waldes immer wieder zurückgeworfen wird. Flussufer-Schlammfluren, Flutrinnen, Kolke und Reste von Mähwiesen reichern die Biotopausstattung des Gebietes an. Die Erhaltung dieser Magerwiesen gilt es durch eine Extensivierung zu erhalten.

Das Gelände wird regelmäßig von den Wasservögeln als Überwinterungsgebiet genutzt. Vor allem die arktischen Gänse finden sich hier in großer Zahl immer wieder ein. Bei Hochwasser kann man hier auch Sing- und Zwergschwäne antreffen. Ansonsten gibt es hier die gleichen Vögel zu beobachten, wie sie für das Naturschutzgebiet Emmericher Ward schon aufgezählt wurden.

Auf dem Gebiet der Dornickschen Ward gibt es schon seit Jahrzehnten einen Segelflugplatz, der allerdings nur in den Sommermonaten genutzt wird, und dann auch nur an Wochenenden. Der Versuch, diesen Flugplatz nach Bylerward, auf die andere Rheinseite, zu verlegen, ist gescheitert, weil die Gemeinde Kalkar dieses Vorhaben abgeblockt hat. Nun bleibt abzuwarten, was aus dem hiesigen Fluggelände wird.

Ein Kolk im Schutzgebiet Foto: Rüdiger Helmich

Das Naturschutzgebiet Moiedtjes-Teiche

wurde erst im Jahre 2003 erstmals unter Naturschutz gestellt. Dieses kleine Naturschutzgebiet besteht aus über 30 unterschiedlich großen Gewässern, Röhrichten, feuchten Hochstaudenfluren und naturnahen Weichholzgebüschen unterschiedlicher Altersstadien. Die Bezeichnung des Gebietes "Die Moiedtjes" geht auf die Flurbezeichnung von etwa 12 Hektar des zentralen Teils des Schutzgebietes zurück. Das Schutzgebiet geht jedoch darüber hinaus und hat eine Fläche von 34 Hektar. Es liegt mit einer Länge von 1,8 km und einer durchschnittlichen Breite von 200 m parallel zum Rhein in der ehemals periodisch überfluteten Rheinaue.

Ein Teil der durch Abgrabungen entstandenen Gewässer werden überwiegend extensiv beangelt. Diese Teiche sind bis zu 4 m tief. Westlich der Straße "Am Moddeich", die das Gebiet teilt, werden die Gewässer nicht genutzt. Hier soll sich die Natur frei entfalten.

Von Südosten nach Nordwesten durchzieht ein Graben das Naturschutzgebiet. Östlich eines ehemaligen Bahndammes gehören außerdem eine Wiese und ein kleiner Pappelforst zum Schutzgebiet. Bei dem Bahndamm handelt es sich die ehemalige Trajektbahn, die von Kleve bis nach Arnheim führte. Der Zug wurde, von Kleve kommend, bei Salmort auf eine Fähre geladen. Nach der Ankunft auf dem "Bahnhof Welle" in Hüthum auf der rechten Rheinseite, setze der Zug, nach dem er die Fähre wieder verlassen hatte, seine Fahrt aus eigener Kraft fort in Richtung Elten und weiter Richtung Arnheim.

Hier in den Gewässern kommt unter anderem auch der Biber vor. Natürlich fühlen sich auch diverse Vogelarten hier wohl. Den Eisvogel hat man häufig beobachtet. Der Graureiher ist hier häufig zu Gast. Sogar der Fischadler hat sich wiederholt sehen lassen. In einem aufgehängten Fledermauskasten wurden die erwünschten Bewohner bestätigt. Diverse Frosch- und Krötenarten finden hier ebenfalls einen Lebensraum. Diverse Libellenarten und andere Wasserinsekten sollen hier geschützt werden und sind hier hier im Sommer zu beobachten.

Das Gebiet wird von der NABU Naturschutzstation Niederrhein in Kranenburg betreut

Kerngebiet Foto: Rüdiger Helmich

Das Naturschutzgebiet Knauheide

ist Emmerichs ältestes Naturschutzgebiet. Es wurde bereits im Jahre 1977 unter Schutz gestellt. Es befindet sich mit seinen 30,5 Hektar nordwestlich von Emmerich auf Eltener Gebiet, westlich der Autobahn und links und rechts der Straße "Zum Waldkreuz", bevor diese die Autobahn überquert. Damit liegt es unmittelbar an der niederländichen Grenze. Die Kernzone der Knauheide mit ihrem beeindruckenden Artenreichtum ist mit Unterschutzstellung 1977 vom Land NRW gekauft worden.

Das Zentrum der Knauheide bildet eine nasse, kleinräumig gegliederte Kernzone mit nährstoffempfindlichen und außerordentlich artenreichen Biotoptypen. Sie beherbergt eine Vielzahl von Pflanzen der basenreichen Flachmoore und bodensauren Heidegesellschaften. Hier kann man besonders deutlich Rietbstände beobachten.

Das Umfeld bilden Wiesen und Weiden, die aufgrund des Bodenreliefs in unterschiedlichen Feuchtigkeitsstufen und Ausprägungen vorliegen. Alte Baumreihen und Einzelbäume gliedern das Grünland. Im Norden schließt sich ein zusammenhängendes Waldgebiet aus Birken-Eichen- und Erlen-Bruchwald-Beständen mit geringem Nadelholzanteil an.

Die Offenlandbiotope haben sich unter historischer Landnutzung herausgebildet. (Heidereste, Magerrasen und Graswiesen). Sie sind auf nährstoffarme, nasse Standortbedingungen angewiesen. Regelmäßige Pflegemaßnahmen sind notwendig, um die ehemalige Nutzung nachzuahmen und eine Sukzession (Wiederbewaldung) zu unterbinden. Daher führt das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve (in Bienen) in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Niederrhein regelmäßige Pflegeschnitte durch. Dadurch ist es gelungen, die Bestände vieler gefährdeter Pflanzen zu stabilisieren. Als außerordentlich wichtig hat sich eine Düngungsbeschränkung dabei erwiesen.