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Pappelallee in der Hetter

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37 - Dagmar Mebus schrieb am 13. Apr. 2017 - 14:59
Sehr geehrte Baumfreunde,
Sie schreiben u. a., dass Sie einen Blick auf die Ausgleichs-Anpflanzung auf dem "Alten Rheingolder" werfen wollen. Haben Sie das zwischenzeitlich einmal getan? War die Anpflanzung so geplant und wäre es nicht schön gewesen, die Anwohner rund um diesen Platz darüber zu informieren? Wir haben damals entsetzt die Abholzaktion auf dem Kasernengeländer verfolgt, genauso entsetzt sind wir aber nun über die Art und Weise, wie man den "Alten Rheingolder" mit Setzlingen zugepflanzt hat. Unseres Wissens nach handelt es sich bei diesem alten Fußballplatz um eine Verdachtsfläche, d. h. auf Grund der Beschaffenheit des Bodens haben die Setzlinge keine große Chance. Es scheint sich auch niemand zu kümmern, Wasser haben die Pflanzen nur durch den wenigen Regen in den letzten Tagen erhalten. Die Zaunpfähle sind zum großen Teil zersplittert, der Zaun ist nicht vernünftig verankert. Auf diesem Platz haben sich jung und alt gerade in den Sommermonaten praktisch täglich getroffen, z. B. um Sport zu treiben, zu picknicken, auch um ihre Hunde artgerecht mal eine Runde frei laufen zu lassen oder einfach auch einmal, um eine Runde zu "klönen". Das alles ist jetzt nicht mehr möglich. Wir zahlen die Zeche für die zum Teil sinnlose und verfrühte Abholzung auf dem Kasernengelände. Ich schätze ihre Arbeit eigentlich sehr und freue mich über jeden Baum, der gerettet bzw. neu gepflanzt wird. Bis diese Setzlinge jedoch, wenn sie es überhaupt auf diesem Boden schaffen, das leisten können, was die Bäume auf dem Kasernengelände geleistet haben, sind wir alle nicht mehr da. Und wenn ich mir auch der Verantwortung bewusst bin, die wir für zukünftige Generationen haben, so lebe ich doch jetzt und hier und dieses Zupflastern des "Alten Rheingolders" raubt mir jetzt und heute ein Stückchen Lebensqualität.
Mit freundlichen Grüßen
Dagmar Mebus
 
36 - Klaus Romen-Naegel schrieb am 07. Mär. 2017 - 13:15
Liebe Baumfreunde,

in vielen euerer Artikel ist von der Verkehrssicherungspflicht die Rede. Das ist meiner Meinung nach ein völlig unterschätztes Thema. Mit der Kritik an einzelnen Baumfällungen oder Rodungen ist es glaube ich nicht getan. Ein Beispiel: In den 60er Jahren wurde die A3 durch unser Waldgrundstück gebaut. Wir besitzen nun 1,5 km Wald entlang der Autobahn A3, mit der dazugehörigen Verkehrssicherungspflicht. Bäume werden bis zu 30 Meter hoch, weshalb eine Fläche von 45.000 qm betroffen ist. Diese muss zweimal jährlich Baum für Baum kontrolliert werden und entsprechend gefährliche Bäume und Äste müssen entfernt werden. Die Kontrolle und das  Entfernen von Bäumen und Ästen an einer Autobahn ist aber nur mit enormen Kostenaufwand zu machen. Für einen Privatmenschen ist das einfach nicht finanzierbar. Wenn aber mal etwas passieren würde, würden wir komplett in die Haftung genommen, mit allem privaten Besitz. Dieses Risiko ist nicht tragbar und völlig unkontrollierbar. Mir bleibt gar nichts Anderes über als zu überlegen, diesen 30 Meter breiten Streifen Wald, mit zum Teil altem Baumbestand, zu entfernen und durch Waldränder mit niedrigeren Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen.

Meine Familie wollte mit Sicherheit keine Autobahn mitten durch ihr Grundstück. Das wir aber dennoch ganz alleine für die Verkehrssicherung mit allen Konsequenzen verantwortlich sind, für eine Autobahn, die für die Allgemeinheit bestimmt ist, kann nicht gerecht sein. Die Folge dieser Gesetzeslage sieht man nun überall in Deutschland, nämlich gerodete Waldflächen entlang der Autobahnen und auch Bundesstraßen.

Gleiche Situation gilt natürlich für alle öffentlich gewidmeten Straßen. Deshalb meine ich, dass nur die Kritik an einzelnen Baumfällungen nicht reicht. Vielmehr müsste daran gearbeitet werden, dass die Last der Verkehrssicherungspflicht bei öffentlich genutzten Straßen auch von der Öffentlichkeit mitgetragen wird. Ansonsten werden noch viele Bäume und Waldflächen wegen des zu hohen Risikos verloren gehen. Ob die Baumfreunde solche politische Arbeit leisten können? Aber dennoch sollte die Problematik der Verkehrssicherungspflicht stärker mit in die Diskussion eingebunden werden.

Mit besten Grüßen, Klaus Romen-Naegel

 
35 - Rosalia schrieb am 08. Feb. 2017 - 12:39
Liebe Baumfreunde,
ich verfolge eure Aktivitäten bereits längere Zeit und finde eure Arbeit richtig gut! Auch wir haben in unserer Umgebung einige fragwürdige Aktionen der Gemeinde mitbekommen. Da fragt man sich als Bürger/in, warum die das im Geheimen überhaupt durchbekommen können...
Auf jeden Fall wollte ich euch danken!
LG, die Rosalia
 
34 - Ein Baumfreund aus Münster schrieb am 08. Mai. 2016 - 01:08
Best wishes
for our trees, flowers and fishes,
for the birds, flying high,
and for all of us - bound to die
 
33 - Kreisbauernschaft Kleve e.V. schrieb am 10. Mär. 2016 - 14:11
Die Gegendarstellung der Kreisbauernschaft Kleve e.V. zum Artikel „Gülleskandal im Kreis Kleve!“  lesen Sie unter Aktivitäten > Gülle Problematik.
 
32 - Jürgen Kruse schrieb am 29. Feb. 2016 - 19:11
Presseerklärung:

Heckenmassaker und Baumverstümmelungen stoppen! - Artenschutz ist überfällig!

Seit Oktober beobachten wir nun schon wieder Massaker an Heckengehölzen. Hecken werden zerfleddert, zerrissen, gerodet und zu
funktionslosen Spalieren zusammengestutzt. Bäume werden (selbst an Fahrradwegen) -weit über die Erfordernisse einer "Verkehrssicherung"
hinaus!- irrsinnig hoch abgeastet. Den Bäumen werden unnötig viele Wunden beigebracht, es entstehen (groteske) Karikaturen, pinselartige Gebilde.
Es werden Gestalten geformt, die für Radfahrer oder an Parkplätzen kaum noch Schatten spenden können. Durch all diese unötigen Eingriffen tragen vor allem die Bauhöfe der Kommunen und des Kreises und auch der Landesbetrieb "Straßen NRW" zu forciertem Artensterben bei. Oft wird zur Unzeit den Vögeln und vielen anderen
Kleintieren die Winternahrung gedankenlos genommen. Im Frühjahr fehlen dann die notwendigen Blüten für eine Bienenweide und für andere Insekten.
Angesichts des dramatischen Sterbens der Tier- und Pflanzenarten ist diese Praxis dringend zu überdenken.

Der Arbeitskreis Heckenschutz wird an der 4. Grünen Artenschutzkonferenz am Sa. 27.2.2016 in Münster ("Wie läßt sich der Artenschwund
stoppen? - Rettungsanker für bedrohte Arten") teilnehmen und dort eine Fotoausstellung mit Bildern von Heckenmassakern und völlig überzogenen Abastungen an Bäumen
-besonders aus der Region: Legden-Asbeck / Kreis Borken- zur Sensibilisierung der Teilnehmer präsentieren.
Der Film "Oasen in der intensiven Agrarlandschaft" soll zur Aufklärung über das nicht zu verdrängende Problem demnächst überall gezeigt werden.


Jürgen Kruse, 25.2.2016

Arbeitskreis Heckenschutz
http://www.hecke.wg.vu
(Mitglied bei NABU und BUND)
Niehuskamp 3
48739 Legden-Asbeck
T: 02566-9709087

Siehe dazu auch:
Forderungen zur 4. Grünen Artenschutzkonferenz in Münster, 27.2.2016, Stadtwerke Münster, ab 13.00 Uhr

Wir brauchen:

-viele Kilometer neue Hecken/Wallhecken, Blühstreifen....
-wirksamen Schutz der Hecken und Bäume im neuen Naturschutzgesetz (NRW)
-Baum- u. Gehölzschutzsatzungen überall
-Rückholung der kommunalen Wegeseitenränder (flächendeckend)
-Verpflichtung der Bauhöfe und der vielen Akteure auf ?naturnahe Heckenpflege?
-Lenkung der Ausgleichsmaßnahmen  (Kompensationen) in neue Biotopverbundlinien (wie Hecken, Blühstreifen)
-breite Abstände von Gräben/Gewässern, Waldsäumen, Krautsäumen (an Hecken) und
-Uferrandbepflanzungen (Umsetzung der WRRL!)

Arbeitskreis Heckenschutz: www.hecke.wg.vu - info@heckenschutz.de - T: 02566-9709087

Freundliche Grüße

Jürgen Kruse
Niehuskamp 3
48739 Legden

26.2.2016

Vorträge der Artenschutzkonferenz (zum Herunterladen) in dem Kurzbericht auf:
http://www.bund-muensterland.de/themen_und_projekte/regionalkonferenzen_naturschutz/2722016/

 
31 - Jürgen Kruse schrieb am 29. Feb. 2016 - 19:06
Leserbrief zu den Gewässerverunreinigungen u.a. im Kreis Borken (u.a. zum Artikel: "Landrat kündigt Landwirten härtere Gangart an", 28.1.2016)

Ablenkungsmanöver?

Nachdem auch der Landesfischereiverband mit seinen wirtschaftlichen Interessen auf dem Plan ist, will man nun beim Kreis Borken "eine härtere Gangart" einlegen. Gleichzeitig betonen Landwirte "das wird hier regelmäßig von den Behörden kontrolliert"! Der Landwirtschaftsverband (im Kreis Borken) schreibt einen aufrüttelnden Brief an seine Mitglieder. Jetzt fahndet man wieder nach "scharzen Schafen", obwohl es viele Fälle von massiven Einleitungen von Silagewässern und ggf. auch Gülle sein sollen. Will nun die Kreisverwaltung davon ablenken, dass sie schon lange die notwendigen Kontrollen nicht mehr leisten kann und einen Stallneubau nach dem anderen genehmigt, obwohl die Belastbarkeitsgrenzen lange überschritten sind? In 2015 noch wurden Meldungen von Umweltschützern zu Gräben, die wie Güllekloaken aussahen, bagatellisiert und belächelt von der Kreis-Wasserbehörde. Doch jetzt sind manche "Gewässer im Prinzip tot". Was macht eigentlich die auch zuständige Landwirtschaftskammer?
Zu befürchten ist, dass durch die nun evtl. zu verordnenden Auflagen wieder die kleinen Familienbetriebe das Nachsehen haben und die Betreiber großer Anlagen diesen Reinigungsprozeß gestärkt überstehen, können sie evtl. doch anschließend das Land der (aufgegebenen) Kleinbetriebe als Pachtland übernehmen.

Die ganzen Umweltverschmutzungen durch die industrielle Art der Landwirtschaft mit giftiger Gülle und viel Chemie müssen auf den Tisch! Dazu gehören die Luftbelastungen (Keime, Bioaerosole, Feinstaub, Gerüche...), die Bodenzerstörung (Verdichtung, Vergiftung, massive Bodenerosion...), die Vergiftung der Fließgewässer (Auswaschungen von Gülle und Gift in die Gräben und Bäche) sowie des Grundwassers. Dazu kommen dann die enormen Beiträge zur Klimazerstörung und die Vernichtung von Landschaftsstrukturen (wie Hecken, Baumreihen, Wegeseitenränder, Grabenkanten usw.)!  Hauptverursacher: die Profiteure in der Chemie- und Agrar- bzw. "Lebensmittelindustrie" sowie deren Handlanger in der Politik, die die Landwirte in eine falsche Richtung gedrängt haben!!


Jürgen Kruse, Legden (BUND-Mitglied)
Arbeitzskreis Heckenschutz
http://www.hecke.wg.vu
21.2.2016
 
30 - Peter May schrieb am 26. Feb. 2016 - 21:25
Ein Beispiel: Ich fahre fast täglich die Strecke von Androp bis Speldrop in Rees. Dort habe ich bis zu 5 maliges "Düngen" pro Jahr mit erheblichen Mengen Gülle auf Grünland beobachtet! Handelt es sich hier um ein Delikt oder ist das die Regel, lieber Herr Peters?
 
29 - Ralf Steckel schrieb am 26. Feb. 2016 - 21:23
Zu der Güllediskussion möchte ich hinzufügen, dass das enorme Aufkommen von Gülle durch die industrielle Massentierhaltung ein sehr großes Problem darstellt. War in der vorindustriellen Landwirtschaft und Viehzucht Gülle ein wertvoller Dünger, fällt durch die Massentierhaltung viel zu viel Gülle an, die unser Grundwasser vergiftet. Nach Messungen 2015 sind gerade am Niederrhein über 60 Prozent der privaten Brunnen so stark mit Nitrat belastet, dass es gesundheitsgefährdent ist, dieses Wasser zu trinken. Im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft und Tierhaltung ist es dringend geboten, die Anzahl von Tieren bezogen auf die landwirtschaftliche Fläche und somit auch die Gülleproduktion zu verringern. Dies dient uns allen.
 
28 - Peter May schrieb am 25. Feb. 2016 - 22:46
Aus LINBU 4 (gekürzter Presseartikel)

RP  08.10.2015: Viersen.
Nitrat belastet den Niederrhein. Rund 40 Prozent des Grundwasservolumens in NRW weisen eine zu hohe Nitratkonzentration auf. Betroffen sind ländliche Regionen.
Die Nitratwerte sind mancherorts drastisch erhöht. Das Ergebnis einer Probe aus einem Viersener Brunnen: Bis zum Fünffachen des erlaubten Grenzwerts von 50 Milligramm pro Liter.  Betroffen sind intensiv landwirtschaftlich genutzte Regionen. „Am Niederrhein, insbesondere im Kreis Kleve, wird in zahlreichen Massentierhaltungen sehr viel Fleisch und Milch erzeugt.“
Im Kreis Kleve fallen jährlich 11.000 Tonnen Stickstoff aus Gülle an (Harald Gülzow VSR-Gewässerschutz). Diese werden auf die Flächen aufgebracht und gelangen durch Auswaschung mit dem Regen ins Grundwasser. Zusätzlich werden noch 2000 Tonnen Stickstoff aus den Niederlanden und Niedersachsen importiert. Die Landwirte müssten ihre Felder überdüngen, der Überschuss des Düngers gelange über die Böden ins Grundwasser und auf lange Sicht in die Meere.
Die hiesigen Wasserwerke müssen dafür Sorge tragen, dass der zulässige Grenzwert von 50 mg/l nicht überschritten wird. Die Betreiber eigener Brunnen sollten vorsorglich Messungen vornehmen lassen.
Hohe Nitratkonzentation des Trinkwassers kann für Säuglinge lebensbedrohlich sein, da der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen  nicht mehr gewährleistet wird. Das Kleinkind kann ersticken.
Allgemein gelten hohe Nitratwerte im Trinkwasser als möglicherweise krebserregend.