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Pappelallee in der Hetter

Chronik

Chronik der Baumfreunde Emmerich

Als sich am 20. November 2009 abends bei „Franz“ an der Rheinpromenade vierunddreißig Leute zusammenfanden, war gerade bekannt geworden, dass die Stadt Emmerich im Zuge der schon länger geplanten Rheinpark-Umgestaltung, dort über 50 Bäume fällen wollte.

Gegen dieses Vorhaben sollte Protest angemeldet werden mit dem Sinn, eben diese Fällmaßnahmen zu verhindern.
Nach diversen Protesten stellte sich aber heraus, dass es nur durch das Kippen des entsprechenden Ratsbeschlusses möglich sein würde, die Bäume zu erhalten. Das wiederum war nur möglich mit der Durchführung eines Volksbegehrens.
Dazu war es aber erforderlich, mindestens knapp 2.000 Unterschriften von Emmericher Bürgern zu sammeln. Die Unterschriften-Aktion endete mit über 6.000 Unterschriften, von denen über 5.000 von Emmericher Bürgern, die für Kommunalwahlen wahlberechtigt gewesen wären, zu sammeln. Die Unterschriftenlisten wurden daraufhin von der Stadtverwaltung in tagelangen Prüfläufen überprüft. Damit haben sich mehr Emmericher für den Erhalt der Bäume im Rheinpark ausgesprochen, als sich bei der letzen Kommunalwahl für die stärkste politische Partei entschieden hatten.

Um nun aber die Bäume vor dem zwischenzeitlichen Fällen zu schützen, wurde beim Oberverwaltungsgericht in Düsseldorf eine einstwillige Verfügung erwirkt, die es der Stadt Emmerich untersagte, bis auf weiteres irgend welche Bäume im Rheinpark zu fällen.

Nach der Überreichung der Unterschriftenlisten an den Bürgermeister, lehnte der Rat der Stadt Emmerich die Zulassung eines Bürgerentscheides, mit dem man den Ratsbeschluss hätte kippen können, aus fadenscheinigen Gründen ab.

Dagegen gab es nur noch ein Mittel. Eine Klage beim Verwaltungsgericht eben gegen diesen Ratsbeschluss.
Anfang März 2010 wurde in Düsseldorf vor der ersten Kammer ein Kompromiss geschlossen zwischen dem Beklagten, dem Rat der Stadt Emmerich, und den Baumfreunden. Mit dem Ergebnis, dass die Bäume, die nicht krank waren und nicht unbedingt den Baumaßnahmen im Weg standen, stehen bleiben sollten und zusätzlich über 30 Neuanplanzungen seitens der Stadt vorgenommen werden sollten ( auf Emmericher Stadtgebiet). Das Ergebnis entsprach genau dem, was die Baumfreunde zu erreichen trachteten.

Dieses ganze Prozedere, was sich über Monate, vor allem mit unzähligen Zeitungsberichten, hinzog, hat die „Baumfreunde“ zu einer Institution werden lassen, die von den Emmerichern heute noch wahrgenommen und oft auch kontaktiert wird.
So ergaben sich immer wieder Aktionen, die im weitesten Sinne mit Bäumen zu tun haben, bei denen die Baumfreunde ihren Einfluss in die Waagschale geworfen haben.

So haben die Baumfreunde ...

Diverse große, alte Bäume katalogisiert und auch fotografiert und diese anschließend bei der unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Kleve zur Aufnahme in die Liste der Natur-Denkmale angemeldet. Gleiches wurde bei der Stadt Emmerich unternommen.

Wurden Baumfällmaßnahmen an der Autobahn beim Kreis, bei Straßen NRW, beim Landesverkehrsministerium und dem Landes Umweltministerium in Düsseldorf beanstandet. Der Erfolg war theoretisch ein sehr gutes. Denn Straßen NRW wurde nachgewiesen, dass die Maßnahmen zum Teil illegal durchgeführt wurden. Zum Teil wurden Neuanpflanzungen, die von den Baumfreunden per Ratseingabe initiiert waren, durchgesetzt. Außerdem wurde Straßen NRW verpflichtet, sich zukünftig an die Vorschriften zu halten. Diese sind aber nach Meinung der Baumfreunde immer noch zu wenig „pro Baum“ ausgerichtet. Diese Maßnahmen wurden ebenfalls sehr öffentlichkeitswirksam von der Presse, aber auch vom Westdeutschen Fernsehen begleitet.

Haben die Baumfreunde diverse Neuanpflanzungen angestoßen und begleitet, bei denen Bäume von diversen Spendern auf Emmericher Stadtgebiet neu gepflanzt wurden.

Werden die Baumfreunde zu fast allen Veranstaltungen der Stadt, aber auch anderer, die die Umwelt betreffen, offiziell eingeladen. Z.B, zu den Workshops zum Thema „Masterplan Hochelten“, zu dem Vorhaben der Fa. Mona auf dem Kasernengelände, zu den Veranstaltungen der Naturschutzverbände, zu Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Kiesabgrabungen im Kreis Wesel und Kleve, usw.

Werden inzwischen die Baumfreunde von der Presse wiederholt aufgefordert, Umweltdinge in Emmerich zu kommentieren. Auch Ortsbesichtigungen mit den Zeitungsleuten gehören dazu.

Haben die Baumfreunde in Elten den Anstoß gegeben, dass sich dort eine schlagkräftige Bürgerinitiative „Rettet den Eltenberg“, gegen die Planungen der Bahn im Rahmen der „Betuwe Line“ gebildet hat.

Werden die Baumfreunde oft angerufen und angeschrieben, wenn Hilfe in Sachen „Bäume“ erforderlich ist. Daran schließen sich dann oft Ortbesichtigungen und das Einschalten der zuständigen Behörden an. Das hat sogar schon dazu geführt, dass eine Bürgerin in einem Rechtsstreit es in Anspruch genommen hat, von einem Mitglied der Baumfreunde bei einem Termin bei einem Rechtspfleger begleitet zu werden.

Werden die Baumfreunde häufig auf Baumfällmaßnahmen im Großraum Emmerich aufmerksam gemacht, wo die Bürger das Gefühl haben, dass daran etwas nicht rechtmäßig ist.

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Treffpunkt

Einmal im Monat, jeden zweiten Freitag um 18:00 Uhr treffen sich die Baumfreunde bei „Franz“ an der Rheinpromenade. Dort werden alle Dinge besprochen, die es zum Thema Bäume gibt. Natürlich werden auch Maßnahmen besprochen, die es zu „bearbeiten“ gilt.