Homepage der Baumfreunde Emmerich
Pappelallee in der Hetter

Kaserne - Gelände

So wird auf dem ehem. Kasernengelände geworben. Foto: Rüdiger Helmich

Bäume auf dem Kasernengelände!

Auf dem Gelände der ehemaligen "Moritz von Nassau Kaserne" in Emmerich an der B 220 befinden sich eine große Anzahl von Bäumen, für die es sich lohnt zu kämpfen.

Nach dem die Soldaten dort ausgezogen sind, wurde das Gelände mit den Kasernen, Fahrzeugunterständen, Kasino, Turnhalle, Sportplätzen usw sich selbst überlassen. Das galt natürlich auch für die auf dem Gelände sich befindlichen Bäume.

Verwaltet wurde das Ganze von der Bundesvermögens Verwaltung. Vor einigen Jahren wurde das Gelände dann an die MONA, einer Projekt-Entwicklungs-Gesellschaft. verkauft.

Diese Gesellschaft hat nun Einzelheiten für die Verwertung des Geländes in verschiedene Bereiche bekanntgegeben. So soll es ein Gewerbegebiet, ein Mischgebiet, einen Gesundheitwohnpark, ein Reitsportzentrum, einen Bereich, der sich "Wohnen mit Pferd" nennt, einen allgemeinen Wohnbereich und ein Nahversorgungszentrum dort geben.

Die Baumfreunde haben sich im Vorfeld große Sorgen gemacht, ob denn im Zuge all dieser Aktivitäten und zukünftigen Baumaßnahmen die sich jetzt noch dort befindlichen Baumbestände eine Chance haben werden.

Einige Meldungen, die Bäume auf dem Gelände betreffend, hörten sich recht alarmierend an. Auch wurde die untere Landschaftsbehörde des Kreises Kleve eingeschaltet, als von Baumfällmaßnmahmen auf den Kasernenglände die Rede war. Da wurde auch wohl mal ein Stopp von Fällarbeiten verfügt.

Foto: Rüdiger Helmich

Chancen für die Bäume?

Zwischenzeitlich hat es Kontakte zwischen den Baumfreunden und den Leuten von MONA gegeben. Die Baumfreunde wollten natürlich in Erfahrung bringen, wie man sich seitens des Unternehmens den Erhalt der Baumbetände wohl vorstellt.

Der bei den Baumfreunden enstandene Eindruck war, dass man ganz offensichtlich sehr daran interessiert ist, möglicht viele der existierenden Bäume zu erhalten. Ja man sei sogar bereit, die Baumbetände durch weitere Neuanpflanzungen zu stabilisieren. Nätürlich wollte man nicht ausschließen, dass ein Teil der Bäume im Zuge der Baumaßnahmen doch wohl weichen müsse.

Es wurde mitgeteilt, dass man vorhabe, ein Landschafts-Architekten-Büro mit der Landschafts-Gestaltung des Geländes zu beauftragen.

Die Baumfreunde haben darauf aufmerksam gemacht, dass die Öffentlichkeit in Emmerich, einschließlich der Verwaltung, seit geraumer Zeit recht sensibel reagiere, wenn es um Baumfällungen geht.

Wenn die Baumfreunde, das was hier auf dem ehemaligen Kasrnengelände in Sachen Bäume geschieht, nicht beanstanden würden, sondern gutheißen, könne man von einem positiven Echo ausgehen.

Dann doch gemeldete Baumfällaktionen auf dem Gelände haben sich aber bald als Pflegemaßnahmen, die der Verkehrssicherheit dienten, herausgestellt.

Der "Alte Rheingolder". Ort für die Ersatzpflanzungen. Foto: Rüdiger Helmich

Ersatzpflanzungen im Wald!

Inzwischen hat die Firma Mona einen "Landschafts-Pflegerischen Begleitplan zum Bebauungsplan Kaserne in Emmerich" vorgelegt, den auch die Baumfreunde zur Einsichtnahme bekommen haben.

Bei der Durchsicht kann man schnell feststellen, dass man Wort gehalten hat. Es bleiben wirklich viele Bäume erhalten. Leider hat man aber vorgesehen, die Bäume längs der B 220 zu entfernen. Als Begründung wurde angegeben, dass genau hier das Gewerbe angesiedelt würde und dieses lege Wert darauf, von der Straße aus gesehen zu werden.

Dabei wurde noch mal hervorgehoben, dass genau diese Bäume auf einem Erdwall wüchsen, der ebenfalls aus den gleichen Gründen verschwinden müsse. Die Baumfreunde haben noch einmal darum gebeten, diese Baumfällungen, wenn eben möglich, doch zu vermeiden.

Nun muss die Firma Mona für die gefällten Bäume Ersatzpflanzungen vornehmen. Die Baumfreunde haben sich angeboten, bei der Suche nach einer geeigneten Fläche behilflich zu sein.

Es sollte nämlich in Anbetracht dessen, dass Emmerich nur einen Waldanteil von 7 % hat, angestebt werden, die Ersatzpflanzungen möglichst so zu getalten, dass man das dann auch als Wald führen kann.

Es ist darauf hinaus gelaufen, dass man den alten "Rheingold-Sportplatz" in Hüthum-Borghees" ins Auge gefasst hat. Gespräche der Baumfreunde mit dem Bürgermeister diesbezüglich haben sicherlich dazu beigetragen. Eigentümer dieser Fläche ist nämlich die Stadt Emmerich am Rhein.

Baumfällungen am Borgheeser Weg im Februar 2016 Foto: Rüdiger Helmich

Wie geht es jetzt weiter?

In der Zwischenzeit, zweite Hälfte Februar 2016, hat man auf dem MONA - Gelände (altes Kasernengelände) all die Bäume gefällt, die laut "Landschafts-Pflegerischen Begleitplan" dazu vorgesehen waren. Der Anblick der vielen, auf dem Boden liegenden Baumstämme, war für jeden, der ein Herz für Bäume hat, ein schrecklicher Anblick.

Dementsprechend ist das Echo in der Presse in den Artikeln und Leserbriefen ausgefallen. Viele Emmericher Bürger waren und sind entsetzt..

Die Baumfreunde haben zwischenzeitlich in Erfahrung bringen können, dass diejenigen Bäume, die auf dem Gelände stehen geblieben sind, zukünftig unter die "Emmericher Baumschutzsatzung" fallen. Das bedeutet, die Grundstückseigentümer müssen jede weitere Baumfällung bei der Stadt Emmerich beantragen und sich genehmigen lassen.

Da mit den diversen Bauarbeiten (Investitionen) auf dem MONA - Gelände nun wohl begonnen wird, und diese sich sicherlich über Jahre hinziehen werden, bleibt es spannend, zu sehen, wie zügig die geplanten Neuanpflanzungen auf dem Gelände selbst und vor allem auf dem "Alten Rheingolder" in Borghees durchgeführt werden. Hier sollen ja bekanntlich die Ausgleich - Anpflanzungen durchgeführt werden.

Die Baumfreunde werden einen Blick darauf werfen.