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Pappelallee in der Hetter

Kopfweiden

Kopfweiden an der Riethsteege-Hetter Foto: Rüdiger Helmich

Der "Niederrhein Baum" - die "Kopfweide"!

Als Kopfweide bezeichnet man eine Weide, deren Stamm als Jungbaum auf einer Höhe von 1-3 Metern eingekürzt wurde und deren Zweige in der Folge regelmäßig beschnitten werden.

Als Arten nutzt man hierzu meist die Silber-Weide (Salix alba) oder die Korb-Weide (Salix viminalis). An der Schnittfläche treibt der so behandelte Baum in großer Zahl neue Triebe aus. Diese Ruten lassen sich gut erreichen und zur wirtschaftlichen Nutzung abschneiden (schneiteln). Besonders hier am Niederrhein gab, und gibt es eingeschränkt immer noch solche Kopfweiden. Wegen der zahlreichen, hier ansässigen Korbflechter wurden die Bäume auch geregelt geschnitten. Da dieser Berufsstand nun aber fast nicht mehr existiert, sorgen aktive Naturfreunde für die notwendigen Schnittarbeiten.

Im Laufe der Zeit verdickt sich der oberste Teil des Stammes. Durch den wiederholten Kopfschnitt entsteht der "Kopf" der Weide. Um diese als "Kopfweide" zu erhalten, ist es erforderlich, diese alle 3 bis 10 Jahre zu beschneiden. Geschieht das nicht, werden die vielen Äste zu dick und schwer, so dass der Baum unter der schweren Last teilweise auseinanderbricht. Das erklärt die bizarren, beschädigten Kopfweiden, deren Vitalität aber derartig große Schäden noch lange kompensieren kann.

Da man die Äste früher am Niederrhein häufig als Pfähle für die Weidenzäune benutzt hat, die dann meist sofort wieder wurzelten, sieht man heute noch oft Weiden in einer Reihe wachsen.

Die Baumfreunde versuchen alles in ihrer Macht stehende, den Leuten, die sich die Mühe machen, diese Weiden weiterhin zu schneiden, dabei zu helfen. So wurde kürzlich eine Gruppe von "Weiden-Schnittern" in Haldern finanziell unterstützt.

Diese Kopfweiden sind dijenigen, die besonders typisch für den Niederrhen sind. Nicht umsonst führt der Kreis Wesel eben genau diese "Kopfweide" in seinem Wappen.

Es gibt übrigens auch häufiger Kopfbäume von Eschen (Fraxinus excelsior) und sogar seltener Eichen (Quercus robur.)