Homepage der Baumfreunde Emmerich
Pappelallee in der Hetter

Baumdenkmale

Esskastanien bei van Bebber in Hüthum Foto: Rüdiger Helmich

Baumdenkmale

Geschützte Bäume gemäß der Baumschutzsatzung der Stadt Emmerich

Gemäß § 3 der Satzung zum Schutze des Baumbestandes der Stadt Emmerich am Rhein vom 16.12.2014 sind Bäume mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern und mehr, gemessen in 100 Zentimetern Höhe über dem Erdboden, also ab einem Durchmesser von 25 Zentimetern, geschützt.

Kritikpunkte an der Baumschutzsatzung

Die neue Baumschutzsatzung der Stadt Emmerich müsste dringend auf ihre Effektivität bei der Förderung des Baumschutzes überprüft werden.

Sinnlos erscheint, dass Nadelhölzer generell- außer Ginkgo - nicht unter Schutz stehen sollen, ein 70jähriger Mammutbaum in Emmerich und ein Thuja occidentalis in Borghees von über 100 Jahren Alter verdienten nach Ansicht der Baumfreunde ebenfalls besonderen Schutz, ebenso Araucarien, die ein Alter von 50 Jahren oder mehr haben. Auch bestimmte Hochstammformen von Obstbäumen sind ökologisch wertvoll. Diese werden ebenfalls von der Emmericher Baumschutzsatzung ausgeschlossen. Wir plädieren dafür, dass Streuobstwiesen mit Hochstämmen generell unter Schutz gestellt und gepflegt und erhalten werden müssen.

Ein weiterer Nachteil der Baumschutzsatzung ist, dass sie immer außer Kraft gesetzt werden kann, wenn geplante Baumaßnahmen ohne das Fällen von Bäumen nicht wirtschaftlich erscheinen. Dieser Passus der Baumschutzsatzung sollte dahingehend verändert werden, dass die natürlichen Gegebenheiten bei einer Planung von Baumaßnahmen, so weit dies irgend möglich ist, zu beachten sind.

Erfassung älterer Bäume in Emmerich durch die Baumfreunde

Die Baumfreunde Emmerich haben 2012 damit begonnen, ältere Bäume mit einem Stammumfang von 200 Zentimtern und mehr fotografisch zu erfassen und den genauen Umfang in Brusthöhe (ca. 100 Zentimeter) zu bestimmen. Die erfassten Bäume sollen als Baumdenkmale unter besonderen Schutz gestellt werden. 2015 ist die Erfassung der Baumdenkmale wieder aufgenommen worden und wird 2016 fortgesetzt. Ab 2016 erfolgt auch eine Kartierung der Baumdenkmale. Bisher sind geschätzte 85 Einzelbäume erfasst. Die Zahl der als Baumdenkmale in Frage kommenden Bäume im gesamten Gebiet der Stadt Emmerich wird auf ca. 500 geschätzt, worin auch mehrere Alleen enthalten sind.

Sinn der Erfassung von Baumdenkmalen, Maßnahmen für deren Erhalt

Die erfassten Baumdenkmale sollen einen besonderen Schutzstatus bekommen, der über den in der Baumschutzsatzung garantierten Schutzstatus hinausgeht. Der Erhalt dieser Bäume hätte Vorrang vor evtl. geplanten Baumaßnahmen. Ein Verlust dieser Baumdenkmale durch andere Gründe als eine akute Gefahr, die irgendwann einmal durch erwiesene mangelnde Standsicherheit auftreten könnte, dürfte nicht hingenommen werden. Bei der Überprüfung der Verkehrssicherheit dieser Bäume müssten mindestens zwei unabhängige Experten hinzugezogen werden, bevor es wieder zu voreiligen Fällungen käme. Auch die Baumfreunde möchten in solchen Fällen vorher informiert werden. Falls erforderlich, müssten baumpflegerische Maßnahmen, die den Erhalt der Bäume fördern, durchgeführt werden. Nach der Devise, dass Fällen kostengünstiger als Baumpflege sei, darf nicht verfahren werden.

Altersbestimmung von Bäumen

Das Alter des jeweiligen Baumes kann man nach der Formel: Baumalter = Umfang in cm x Altersfaktor grob errechnen. Eine Tabelle der Altersfaktoren verschiedener Baumarten findet sich z.B. bei www.baumportal.de. Der Eiche wird z.B. ein Altersfaktor von 0,8 zugeordnet. Eine Eiche mit dem Umfang von 800 cm, wie die "Kaisereiche" in Bedburg-Hau hätte dementsprechend ein ungefähres Alter von 640 Jahren. Diese Berechnung des Baumalters ist ein grobes Schätzverfahren, das aber zumindest bei Eichen, Buchen und Linden brauchbare Ergebnisse liefert.